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Zur BWL-Historie

Zur Geschichte rund um den

landwirtschaftlichen Buchführungsabschluss, 

die Deckungsbeitragsrechnung und 

das Kostenblock-Schema der DLG 

 

 

Ab 1952, vor allem 1960er Jahre

In Deutschland wird, ausgehend von den USA, die Lehre von der Unterscheidung variabler und fixer Kosten verbreitet, sprich die Lehre vom Deckungsbeitrag (Db). Dieser Begriff spielt nach wie vor in der allgemeinen Betriebswirtschaftslehre außerhalb der Landwirtschaft eine große Rolle.

 

1995

Weil in den neuen deutschen Bundesländern viele Betriebe verpflichtet sind, einen Buchführungsabschluss nach Handelsgesetzbuch (HGB) vorzulegen, wurde der landwirtschaftliche Abschluss für die Testbetriebe unter der Leitung von Prof. Manfred Köhne an das HGB re-adaptiert.

Dieser BMEL-Abschluss ist seitdem auch im CSV-Format digital verfügbar. Die buchführenden Stellen können fast durchweg solche CSV-Abschlüsse liefern, wobei es sein kann, dass Buchstellen-Mitarbeiter zunächst das entsprechende Menü nicht finden. Bedauernswert ist, dass der CSV-Abschluss keinerlei Texte enthält, obwohl das CSV-Format das zulässt. Dies ist insbesondere ein Mangel bei den einzelnen Krediten und Zukauffuttermittel-Vorräten.

  

2000

Der DLG-Ausschuss für Wirtschaftsberatung veröffentlichte, nach 3 Jahren Vorbereitung, "Die neue Betriebszweigabrechnung" (Arbeiten der DLG, Band 197, 2000).

Die Schrift enthält für die Vollkosten-Abrechnung ein neues Kostenblock-Schema, in welchem die Arbeitserledigungskosten prioritär sind. Damit können eigenmechanisierte Produktionsverfahren gut mit solchen verglichen werden, bei denen die Arbeitserledigung an Lohnunternehmen und dgl. vergeben wird. Dieses Schema wurde indes extra und allein für die (stark zurückgehende) Zahl landwirtschaftlicher(!) Betriebe geschaffen.

 

Zugleich wurde die Losung ausgegeben: Variable Kosten und Deckungsbeitrag haben nichts zu suchen in einer Leistungs-Kosten-(Ab-)Rechnung (LKR alias BZA), vgl. genannte Erstveröffentlichung der DLG, Seite 9, 21 und 30.

Anlässlich der Vorstellung in Erfurt 2001 habe ich in der Diskussion öffentlich bekundet, das neue Kostenblock-Schema der DLG sei gut, "aber auf den Deckungsbeitrag werden wir nie verzichten". In der folgenden Pause erläuterte mir Dr. Karl Schlösser (DLG, Schriftleiter der 1. Auflage) dann den Unterschied von variablen und fixen Kosten aus seiner Sicht:
- Ausgestreuter Dünger zähle zu den Fixkosten, das sei ja nicht mehr änderbar.
- Vor dem Bau eines Stalles seien dessen Gebäudekosten variable Kosten, es sei ja noch nichts festgelegt.
Vgl. dazu die seiner Ansicht entsprechende Begriffsverwendung auf S. 74 der Erstauflage von "Die neue Betriebszweigabrechnung" 2000.

 

Auf der Grundlage dieses Denkens wurde in Kiel die BZA SE programmiert, unter Ausschluss des Db. 

Mein "JUP K" (und seine Vorläufer) beinhaltete dagegen stets den Db (in gewohnter Definition) als 1. Stufe der Vollkosten-Abrechnung.

 

2001/02

Ich wurde beauftragt, ein Investitionskonzept für Baden-Württemberg zu erarbeiten, und zwar auf Basis der Vorgabe des (späteren) Thünen-Instituts Braunschweig einerseits und der  Deckungsbeitragsrechnung andererseits wurde von mir letztere "eingewoben". Tragend sind die Hochrechnungen in der Form des Buchführungsabschlusses, sowohl für das "Ist" als auch für das "Ziel". Das wurde in "JUP Pi" und in "JUP PS" analog realisiert!

 

2006

Ein Mitarbeiter der bayerischen LfL, Michael Dilger, der mit der Aktualisierung der dortigen "Materialsammlung Futterwirtschaft" beauftragt war, wandte sich an mich wegen Planungsdaten zur Heubelüftung (zitiert dort auf S. 13). 

Angestoßen dadurch, entwickelte ich erstmals ein 2-Säulen-Modell, bei dem vor der Säule der Vollkosten - (gegliedert gemäß Kostenblockschema der DLG ) die Deckungsbeitragsrechnung "eingebettet" ist. Konsequenz: 

Das DLG-Kostenblockschema auch für die Zukunftsplanung, eben nicht nur für die Abrechnung! Dieses VD-Schema ist seitdem an vielerlei landwirtschaftlichen PV getestet worden, zusammengefasst in meiner Datei "i VD Landwirtschaft".    

 

2008 

Die bayerische LfL in München engagierte sich in Sachen BZA-Office, um die PV auch jenseits der Milchviehhaltung einbeziehen zu können. Zur Vorbereitung fand ein Besuch bei der baden-württembergischen LEL in Schwäbisch Gmünd statt. Obwohl meine Arbeiten dort immer bekannt waren, sind diese nicht angesprochen worden, möglicherweise weil damals an einer eigenständigen LEL-BZA gearbeitet wurde (nach 2011 nicht mehr gepflegt).

Die LfL schrieb die Programmierung von BZA-Office im Bayer. Staatsanzeiger aus. Diese Ausschreibung wurde wohl einzig von der jetzigen ACT-GmbH in Kiel gelesen.

BZA-Office wurde auf BZA SE aufgebaut, fernab jedes Db-Denkens. Es wurde lediglich, später aufgrund von Anwenderwünschen, ein Db-Blatt angehängt(!) an die Vollkosten-Abrechnung. In Bayern wurde BZA-Office schließlich 2011 eingeführt. 

 

Ich bin stattdessen konsequent bei der Position geblieben:

Die Deckungsbeitragsrechnung ist nicht nur für die Zukunftsplanung relevant, sondern auch für die Analyse. Das vornehmste Ziel der LKR ist m.E. sogar, die Zahlen der Vergangenheit in zukunftsrelevanten Termini zu präsentieren, als "erweiterte Bf-Analyse"!

Eines muss ich zugestehen: Ich habe es erst spät geschafft, mein System aus

3 Dateien in 1 Datei zusammenzuführen.  

 

2011

Die "3. vollständig überarbeitete Auflage" von "Die neue Betriebszweigabrechnung" erschien. Schriftleiter war nun der Leiter der Bezirksstelle Emsland der LWK Niedersachsen, LD Arnold Krämer.

Die 2000 erfolgte Sonderdefiniton des Deckungsbeitrages ist verschwunden! 

Auf S. 74 der Neuauflage befindet sich sogar eine Gegenüberstellung von Kostenblock-Schema der DLG und Deckungsbeitragsdenken, der Db wieder herkömmlich definiert. 

Diese Gegenüberstellung ist allerdings in "i VD Landwirtschaft" viel verständlicher gelöst - als permanente Erinnerungshilfe.   
 

2014 

Es gab einen angenehmen fachlichen Austausch mit Dr. Gerhard Dorfner, LfL München. Er war einige Zeit unmittelbar zu mir benachbart am Landwirtschaftsamt in Lindau tätig gewesen. 

Eine Zusammenarbeit mit der LfL scheiterte jedoch am Motto, BZA-Office soll so bleiben - also einstufig zu den Vollkosten. Und dies ungeachtet des Absturzes der Zahl interessierter Landwirte. Die bayerischen Kollegen hatten landesweit schon über 400 Teilnehmer, nach ein paar Jahren sind es nur noch um die 100. 

Folglich ist eine "new generation" der LKR unabdingbar, von mir geboten in Form von

JUP K. 
 
Zur Stellung des Deckungsbeitrages in der allgemeinen BWL ein Link:
http://www.topnews.de/deckungsbeitragsrechnung-geschichte-grundlagen-3112902 

 

 

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